Der Reisebegleiter

Als der Vater von Johannes starb, war der Junge furchtbar traurig. Er hatte keine Mutter, und nun war er ganz allein. Deshalb beschloss er, sich am Tag nach der Beerdigung seines Vaters auf den Weg zu machen.

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In seiner ersten Nacht musste er draußen im Heu schlafen, aber das machte Johannes nichts aus. Das Wetter war schön und der Mond schien hell am Himmel. In dieser Nacht träumte Johannes von einem schönen Mädchen mit einer goldenen Krone auf dem Kopf. Er sah auch seinen Vater, der zu ihm sagte: “Lebe immer gut, Johannes! Sieh nur, was für eine schöne Braut du dann haben wirst.” Am nächsten Morgen wachte Johannes zufrieden auf und nahm sich vor, sein Leben gut und freundlich zu leben.

Am nächsten Abend war das Wetter so schlecht, dass Johannes nicht draußen schlafen konnte. Er beschloss, in einer kleinen Kirche Schutz zu suchen. Er setzte sich in eine Ecke und schlief ein. Gegen Mitternacht wurde er von Stimmen geweckt. Im Mondlicht sah er, dass in der Mitte der Kirche ein Sarg stand, aber der Mann war noch nicht begraben. Um den Sarg herum standen zwei böse Männer, die dem Mann im Sarg etwas antun wollten. “He! Was macht ihr da?”, sagte Johannes mutig. “Dieser Mann schuldet uns Geld, aber jetzt ist er tot und wir bekommen nichts. Also werden wir ihn aus Rache aus der Kirche werfen.” “Ihr könnt mein Geld haben”, sagte Johannes, “es ist nicht viel, aber es ist mein ganzes Erbe. Aber den Mann müsst ihr in Ruhe lassen”. Die beiden bösen Männer lachten, nahmen das Geld und gingen weg.

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Als Johannes am nächsten Morgen seine Reise fortsetzte, hörte er eine Stimme, die ihn rief. “He Freund, wohin gehst du?”, sagte der Fremde. “Ich gehe in die weite Welt”, antwortete Johannes. “Ich auch”, sagte der Fremde, “wollen wir zusammen gehen?” Johannes hielt das für eine gute Idee, und bald wurden sie enge Freunde.

Der Reisebegleiter entpuppte sich als ein seltsamer Mann. Er wusste nicht nur viel über die Welt, sondern besaß auch eine Zaubersalbe. Mit dieser Salbe heilte er das gebrochene Bein einer alten Frau und erweckte die Puppen eines Puppenspielers zum Leben. Im Gegenzug erhielt er von der alten Frau drei Besen und vom Puppenspieler ein Schwert. Das Schwert kam ihnen sehr gelegen, als sie auf einen toten Schwan stießen, dessen Flügel der Reisegefährte mitnehmen wollte.

Wenig später kamen sie in eine Stadt, in der der König lebte. Sie hörten, dass der König ein gütiger Mann war, aber dass seine Tochter eine böse Prinzessin war. Jeder Mann, der sie heiraten wollte, musste drei Rätsel lösen. Wenn sie es nicht schafften, würde sie sie töten. Viele Männer hatten es versucht, aber keiner hatte es geschafft.

Am nächsten Tag sah Johannes die Prinzessin durch die Straßen reiten. Sie war so schön und sah genauso aus wie das Mädchen, das er in seinen Träumen gesehen hatte! Sie konnte doch nicht böse sein, oder? Auf der Stelle beschloss er, dass er sie heiraten wollte. Und auch wenn alle versuchten, ihn umzustimmen, wollte er es versuchen.

Während Johannes schlief, fasste der Reisegefährte einen Plan. Er band sich die Flügel des Schwans auf den Rücken und nahm einen Besen von der alten Frau. Dann flog er zum Schloss. Dort sah er, wie die Prinzessin mit großen, schwarzen Flügeln aus dem Fenster flog. Der Reisebegleiter machte sich unsichtbar und flog hinter ihr her, während er sie mit seinem Besen schlug. Als sie an einem großen Berg ankam, sprang sie in eine Höhle. Dort feierte ein hässlicher Troll ein Fest. Der Reisegefährte hörte, wie die Prinzessin dem Troll erzählte, dass ein neuer Freier gekommen war, um um ihre Hand anzuhalten, und der Troll antwortete, dass der Freier erraten müsse, was sie dachte. Und sie müsse an ihre Schuhe denken.

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Am nächsten Morgen erzählte der Reisebegleiter Johannes, dass er von der Prinzessin geträumt habe und dass sie an ihre Schuhe denken würde. Johannes glaubte ihm sofort. Das musste ein Zeichen sein! Er ging zum Schloss und antwortete ohne zu zögern auf die Frage der Prinzessin. Oh, wie überrascht war sie, als er richtig antwortete.

An diesem Abend tat der Reisebegleiter dasselbe, und diesmal hörte er, dass die Prinzessin an ihren Handschuh denken würde. Und wieder hatte Johannes am nächsten Tag recht. An diesem Abend kehrte der Wandergeselle wieder zum Schloss zurück. Er folgte der Prinzessin, sah, wie sie mit dem Troll tanzte und folgte ihnen, als sie zum Schloss zurückflogen. Der Troll flüsterte: “Denk an meinen Kopf. Und als die Prinzessin in ihr Zimmer zurückkehrte, hackte der Reisegefährte dem hässlichen Troll den Kopf ab. Er steckte ihn in ein Taschentuch und sagte Johannes am nächsten Morgen, dass er das Päckchen vor der Prinzessin öffnen müsse.

Alle waren schockiert, als sie den Trollkopf sahen, aber Johannes hatte der Prinzessin die richtige Antwort gegeben. An diesem Abend heirateten sie. Die Prinzessin war sehr unglücklich, aber zum Glück hatte der Reisebegleiter Johannes gesagt, wie er ihren Zauber aufheben konnte. Von diesem Moment an liebte die Prinzessin Johannes sehr.

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Am Tag nach der Hochzeit kam der Reisegefährte, um sich zu verabschieden. Ich muss jetzt gehen”, sagte er, “ich habe meine Schuld bei dir beglichen. Ich bin der tote Mann, dessen Schuld Sie bei den bösen Männern beglichen haben. Ich danke Ihnen vielmals. Und mit diesen Worten verschwand er. Und Johannes und seine Prinzessin lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.

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