Aschenputtel

Vor langer, langer Zeit gab es mal ein wunderschönes und niedliches kleines Mädchen. Als sie noch sehr klein war, wurde ihre Mutter sehr krank. Auf ihrem Sterbebett rief die Mutter ihre Tochter zu sich. Sie sagte: „Lebe immer gut und wahrheitsgemäß und die Welt wird auch gut zu dir sein. Direkt nach diesen Worten schloss sie ihre Augen für immer. Der Vater des Mädchens war ein wohlhabender Geschäftsmann, der viel reiste. Nicht lange nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete er wieder.  

Mit seiner neuen Frau hatte der Geschäftsmann zwei weitere Töchter. Von außen waren sie wunderschön, aber innen waren sie schlecht und waren sehr gemein zu ihrer Halbschwester. Sie nahmen ihr ihre wunderschönen Kleider weg und sie musste all die Arbeit im Haushalt erledigen. Nachts durfte sie nicht in einem schönen, weichen Bett schlafen, sondern musste sich vor die Feuerstelle legen. Als Ergebnis davon waren ihre Kleider immer voller Asche und sie wurde Aschenputtel genannt. Aschenputtel dachte ständig an die Worte ihrer Mutter und beschwerte sich nie über irgendetwas, das sie tun musste.

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Als Aschenputtels Vater wieder auf Reisen ging, fragte er seine Töchter, was sie sich wünschten. Die jüngsten Töchter wollte die teuersten Kleider und die allerschönsten Juwelen haben. Aschenputtel wollte nur den ersten Zweig, der auf dem Rückweg gegen den Hut ihres Vaters schlug. Auf dem Weg nach Hause fuhr Aschenputtels Vater unter einem Haselnussbaum entlang. Ein Zweig schlug gegen seinen Kopf und er erinnerte sich an das Versprechen, das er seiner ältesten Tochter gegeben hatte. Zuhause war Aschenputtel überglücklich über den Zweig. Sie pflanzte ihn auf das Grab ihrer Mutter und begann zu weinen. Wegen ihrer Tränen wuchs der Zweig zu einem wunderschönen Haselnussbaum heran. Jeden Tag besuchte Aschenputtel das Grab und jeden Tag saß ein kleiner, weißer Vogel in dem Baum. Wann immer Aschenputtel sich etwas wünschte, würde der kleine Vogel ihr den Wunsch erfüllen.  

Als alle drei Mädchen alt genug zum Heiraten waren, geschah es, dass der König ein Fest veranstaltete, das drei Tage dauerte. All die wunderschönen Mädchen aus dem Land waren eingeladen. Schließlich suchte der Prinz eine Braut. Die Schwestern waren auch eingeladen, aber die Stiefmutter wollte Aschenputtel nicht gehen lassen. ‚Du hast sowieso keine schönen Kleider, die du auf dem Ball tragen könntest,‘ sagte sie zu Aschenputtel. Aschenputtel gehorchte, aber als sie ihren Schwestern half, ihr Haar zu kämmen und ihre Kleider anzuziehen, weinte sie leise. Nachdem alle zu dem Ball aufgebrochen waren, setzte sich Aschenputtel unter den Haselnussbaum und bat den kleinen Vogel um Gold und Silber. Sofort fielen ein prachtvolles Kleid und passende Schuhe herunter. Aschenputtel wechselte schnell ihre Kleidung und ging zum Ball.

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Auf dem Ball konnte der Prinz seine Augen nicht von Aschenputtel nehmen und tanzte den ganzen Abend mit ihr. Niemand erkannte das Mädchen. Als der Prinz sie mit nach Hause nehme wollte, flüchtete Aschenputtel schnell. Am nächsten Abend geschah genau das gleiche. Aschenputtel kam mit einem noch schöneren Kleid zum Fest und tanzte den ganzen Abend mit dem Prinzen. Und wieder war sie verschwunden, bevor der Prinz wusste, wer sie ist. 

Auch am dritten Abend des Festes ging Aschenputtel zu dem Haselnussbaum. Dieses Mal bekam sie das allerschönste Kleid, das sie je gesehen hatte und komplett goldene Schuhe. Wieder tanzten Aschenputtel und der Prinz den ganzen Abend lang. Dieses Mal wollte der Prinz Aschenputtel nicht entfliehen lassen und ließ die Treppen klebrig machen. Als Ergebnis verlor Aschenputtel ihren linken Schuh, als sie nach Hause lief. 

Der Prinz nahm sich den Schuh von den Treppen und machte sich entschieden auf die Suche nach dem Mädchen. ‚Diejenige, der dieser Schuh passt, wird meine Frau werden.‘ Viele Mädchen probierten den Schuh an, aber er passte keiner von ihnen. Die bösen Schwestern versuchten auch ihr Glück, aber ihre Füße waren viel zu groß. ‚Kann ich ihn auch anprobieren?“ fragte Aschenputtel schüchtern. Es wurde ihr erlaubt und zu jedermanns Überraschung passte ihr der Schuh perfekt. Dann erkannte sie der Prinz und nahm sie mit auf sein Schloss. Aschenputtel und der Prinz heirateten und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

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