Graça sollte in einem kleinen Dorf in Mosambik geboren werden. Das Land war arm, und die Menschen regierten sich noch nicht selbst. Kinder hatten keine guten Schulen, und viele konnten nicht lesen. Graças Mutter träumte davon, ihren Kindern bessere Chancen zu bieten. Aber ohne Bildung gab es wenig Hoffnung.

Das Baby Graça sollte das sechste Kind sein. Doch mit diesem freudigen Ereignis kam große Traurigkeit. Ihr geliebter Vater lag im Sterben. Er träumte davon, dass seine jüngste Tochter eine gute Schule besuchen würde. Er wusste, dass Bildung ihr Chancen geben würde, die er nie hatte. Seine Familie versprach, den Traum ihres Vaters wahr werden zu lassen.

Nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Vaters wurde das neue Baby geboren. Sie erhielt einen Namen, der der Schönheit und dem Segen entsprach, die sie war – Graça. Mit den Jahren brachte Graça ihrer Familie viel Freude, und sie hielten das Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben hatten. Graça sollte eine gute Ausbildung erhalten.

Graça arbeitete hart in der Schule, und als Teenager erhielt sie ein Geschenk, das ihr Leben verändern würde. Es war ein Stipendium, um eine wohlhabende Schule in der Stadt zu besuchen. Sie träumte davon, Lehrerin zu werden und ihre Bildung zu nutzen, um andere zu unterrichten. Sie wollte, dass die Kinder ihres geliebten Mosambiks Lesen und Lernen erfahren. Sie träumte von einer Zeit, in der alle Kinder zur Schule gehen würden.

Graça gab in dieser Stadtschule ihr Bestes und wurde Jahre später erneut gesegnet. Es war ein weiteres Stipendium für eine Universität im fernen Portugal. Sie lernte neue Freunde kennen, lernte neue Sprachen und las unzählige Bücher. Sie erfüllte sich ihren Traum, Lehrerin zu werden.
All das machte Graça sehr glücklich. Nur eines stimmte sie noch immer traurig …

Zu Hause waren die Menschen noch immer nicht frei. Doch Graça hatte nun Bildung, Fähigkeiten und Hoffnung. Sie hatte auch Freunde, die das Recht der Kinder auf Bildung genauso schätzten wie sie. Sie wollte ihr Wissen nutzen und mit ihren Freunden zusammenarbeiten. Gemeinsam wollten sie Mosambik verändern.

Dank der Hilfe all ihrer Freunde war Mosambik endlich frei!

Der Mann, der zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, war Graças besonderer Freund Samora Machel. Sie verliebten sich und heirateten.

Graça erhielt die wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Kinder in Mosambik eine gute Schulbildung erhielten. Es war eine schwierige Aufgabe, da es in Mosambik so viele Kinder gab, die nicht lesen konnten.
Sie wusste, dass sie Bildung brauchten, und sie wollte in ihrem Land wirklich etwas verändern. Sie begann mit der Grundschule und brachte Jungen und Mädchen in die Klassenzimmer. Ihr Schwerpunkt lag auf der Alphabetisierung und darauf, Kindern Bücher in die Hand zu geben.

Graça und Samora bekamen zwei Kinder. Sie träumten davon, ihrer Familie und dem mosambikanischen Volk ein gutes Leben zu ermöglichen. Sie waren glücklich und voller Hoffnung.
Dann starb Samora eines schrecklichen Tages bei einem Flugzeugabsturz.

Graça trauerte viele Jahre um Samora, doch dann fand sie erneut die Liebe. Sie traf einen Mann, der ebenfalls sein Leben lang davon geträumt hatte, seinem Volk Freiheit, Hoffnung und Bildung zu bringen.
Graça heiratete Nelson Mandela und gemeinsam setzten sie sich für die Kinder Afrikas ein.

Graças Träume waren wahr geworden. Sie war Lehrerin geworden. Sie hatte die Freiheit ihres Landes gefeiert. Sie ermöglichte mehr Kindern Bildung und die Chance, Großes zu erreichen.

Credits
Ursprünglich veröffentlicht von Book Dash unter der Creative-Commons-Lizenz BY 4.0. Dieses Buch kann kostenlos unter https://bookdash.org/books/gracas-dream gelesen werden und wurde erstellt von: Marike Le Roux (Designer), Karlien de Villiers (Illustrator), Melissa Fagan (Writer)
