Carlo Collodi

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Carlo Collodi (1826–1890) war ein italienischer Schriftsteller und Journalist, der in Florenz geboren wurde. Sein bürgerlicher Name lautete Carlo Lorenzini; das Pseudonym „Collodi” entlehnte er dem toskanischen Dorf, aus dem seine Mutter stammte. Collodi arbeitete zunächst als Zeitungsredakteur und politischer Satiriker, bevor er sich der Kinderliteratur zuwandte – einem Bereich, in dem er weltweiten Ruhm erlangen sollte.

Sein bleibendes Vermächtnis gründet sich vor allem auf Pinocchio, die Geschichte einer hölzernen Puppe, die zum Leben erwacht. Die Erzählung beginnt mit dem alten Tischler Gepetto, der aus einem ungewöhnlichen Stück Holz eine Puppe schnitzt – und sich dabei mehr erhofft, als er sich vorstellen kann. Pinocchio erschien zunächst ab 1881 als Fortsetzungsgeschichte in einer römischen Kinderzeitung und wurde 1883 als vollständiges Buch veröffentlicht.

Die Geschichte von Pinocchio vereint Abenteuer, Humor und moralische Reflexion. Der hölzerne Junge lügt, trotzt der Vernunft und gerät von einem Missgeschick ins nächste – und genau darin liegt die erzählerische Stärke Collodis: Er schildert kindliches Fehlverhalten nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Witz und Mitgefühl. Zugleich trägt die Erzählung ernste Züge; Armut, Ausbeutung und die schwierige Suche nach einem guten Leben sind Themen, die Collodi aus seiner eigenen Zeit kannte.

Collodis Werk steht in der Tradition der europäischen Märchen- und Fabelliteratur, hebt sich jedoch durch seinen realistischen gesellschaftlichen Hintergrund und seine ironische Erzählstimme deutlich davon ab. Pinocchio wurde in über 300 Sprachen übersetzt und zählt zu den meistgelesenen Büchern der Weltliteratur. Die Figur des Pinocchio – insbesondere die wachsende Nase als Symbol der Unehrlichkeit – ist zu einem universellen Kulturmotiv geworden, das weit über die Literatur hinaus wirkt. Carlo Collodi gilt bis heute als einer der bedeutendsten Vertreter der italienischen Kinderliteratur des 19. Jahrhunderts.