Felix Salten
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Felix Salten (1869–1945) war ein österreichischer Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker, der vor allem durch seine Tiererzählungen internationale Bekanntheit erlangte. Geboren in Budapest und aufgewachsen in Wien, gehörte er zum literarischen Umfeld des Wiener Fin de Siècle und war unter anderem mit Arthur Schnitzler und Theodor Herzl befreundet. Sein schriftstellerisches Werk umfasst Romane, Essays, Theaterkritiken und Feuilletons, doch seinen dauerhaften Platz in der Weltliteratur sicherte ihm vor allem ein einziges Werk.
Dieses Werk ist Bambi, 1923 erstmals erschienen unter dem vollständigen Titel Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde. Die Geschichte folgt einem jungen Reh von seiner Geburt im Frühling über das Heranwachsen bis hin zum Erwachsenwerden im Wald. Bambi erlebt die Schönheit und die Grausamkeit der Natur, lernt durch seine Mutter die Regeln des Waldes kennen und begegnet nach und nach den Gefahren, die von der Welt außerhalb des Waldes ausgehen. Saltens Erzählweise verbindet naturalistische Tierbeobachtung mit tiefen emotionalen und allegorischen Schichten – der Wald wird zum Mikrokosmos, in dem Unschuld, Verlust und Reife verhandelt werden.
Obwohl das Buch heute oft als Kinderliteratur eingestuft wird, war es ursprünglich als ernste literarische Erzählung für Erwachsene konzipiert. Viele Literaturwissenschaftler haben in Bambi eine Parabel auf die Situation der Juden im frühen 20. Jahrhundert gelesen – eine Deutung, die angesichts von Saltens jüdischer Herkunft und der politischen Lage seiner Zeit naheliegt. Das Buch wurde 1936 im nationalsozialistischen Deutschland verboten.
Weltweite Verbreitung fand Bambi vor allem durch die Walt-Disney-Verfilmung aus dem Jahr 1942, die das Werk einem Millionenpublikum zugänglich machte – allerdings auf Kosten vieler der melancholischen und philosophischen Nuancen des Originals. Felix Saltens literarisches Erbe beruht auf der Kraft dieser einen Geschichte, die trotz ihrer schlichten Handlung eine eindringliche Auseinandersetzung mit Natur, Sterblichkeit und dem Platz des Lebewesens in einer gefährlichen Welt darstellt.
